Traumatherapie
Stabilität nach belastenden Erfahrungen
Belastende Erlebnisse können Kinder und Jugendliche tief verunsichern – oft ohne, dass sie selbst genau benennen können, was in ihnen vorgeht. In meiner Praxis unterstütze ich Kinder, Jugendliche und ihre Eltern dabei, solche Erfahrungen behutsam zu verarbeiten und wieder mehr Stabilität zu finden.
Trauma zeigt sich nicht immer auf den ersten Blick. Rückzug, starke Ängste, Wutausbrüche oder Schlafprobleme können Hinweise sein. Entscheidend ist weniger das Ereignis allein als die Frage, wie Ihr Kind das Erlebte innerlich verarbeitet hat. In der Therapie arbeite ich deshalb mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Stabilisierung und schrittweise Verarbeitung. Ziel ist, dass Ihr Kind wieder mehr Kontrolle über seine Gefühle gewinnt und sich im Alltag sicherer erlebt.
Was ist ein Trauma?
Ein psychisches Trauma entsteht dann, wenn ein Kind eine Situation erlebt, die es emotional überfordert und nicht ausreichend verarbeiten kann. Das kann ein einzelnes Ereignis sein, zum Beispiel ein Unfall, ein Verlust oder Gewalt. Es kann aber auch durch wiederholte Belastungen entstehen, etwa durch anhaltende Konflikte oder Vernachlässigung.
Wichtig ist: Nicht das Ereignis allein entscheidet, sondern die individuelle Verarbeitung. Was für ein Kind noch gut zu bewältigen ist, kann für ein anderes überwältigend sein.
Typisch ist, dass das Erlebte innerlich nicht wirklich abgeschlossen werden kann. Erinnerungen tauchen plötzlich wieder auf, Gefühle wirken unkontrollierbar oder werden eher abgespalten. Viele Kinder versuchen dann, belastende Situationen zu vermeiden oder reagieren übermäßig stark.
In der Traumatherapie geht es deshalb nicht nur darum, über das Erlebte zu sprechen, sondern vor allem darum, das Nervensystem zu stabilisieren und das Erlebte so zu verarbeiten, dass es sich besser einordnen lässt.
Woran erkenne ich ein Trauma bei meinem Kind?
- plötzliche Verhaltensveränderungen ohne klaren Auslöser
- Albträume, Schlafprobleme oder Angst vor dem Einschlafen
- starkes Vermeidungsverhalten gegenüber bestimmten Orten oder Situationen
- erhöhte Reizbarkeit, Wutausbrüche oder emotionale Taubheit
- Konzentrationsprobleme oder deutlicher Leistungsabfall
- körperliche Beschwerden ohne erkennbare medizinische Ursache
- Wiedererleben belastender Situationen, zum Beispiel in Bildern oder Gedanken
Gerade bei Kindern bleibt Trauma oft zunächst unerkannt, weil es sich hinter anderen Symptomen verstecken kann. Eine frühzeitige Einschätzung hilft, chronische Verläufe möglichst zu vermeiden.
Wie behandle ich Traumafolgen?
Ich arbeite mit traumafokussierter kognitiver Verhaltenstherapie sowie ergänzenden Stabilisierungstechniken.
Die Behandlung folgt in der Regel einem klaren Aufbau:
- Stabilisierung: Ihr Kind lernt, Gefühle besser zu regulieren und sich innerlich zu beruhigen
- Ressourcenaufbau: Stärken, sichere innere Bilder und hilfreiche Strategien werden aufgebaut
- Traumaintegration: Das Erlebte wird schrittweise bearbeitet, ohne Ihr Kind zu überfordern
- Alltagstransfer: Neue Strategien werden in den Alltag übernommen
Wichtig ist mir, dass Ihr Kind die Kontrolle behält. Es geht nicht darum, es „durch das Trauma zu führen“, sondern darum, Sicherheit und Selbstregulation wieder aufzubauen. Tempo und Tiefe werden immer individuell angepasst.
Je nach Situation beziehe ich Eltern mit ein, damit auch außerhalb der Sitzungen mehr Sicherheit entstehen kann.
Für wen ist das Angebot?
Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre, die belastende Erfahrungen gemacht haben. Auch Eltern können bei Bedarf begleitend unterstützt werden.
Die Behandlung ist möglich für Privatversicherte, Beihilfe, Selbstzahler sowie im Rahmen der Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V. Kurze Wartezeiten können gerade bei traumatischen Belastungen ein wichtiger Faktor sein.
Häufige Fragen zu Traumatherapie
Muss mein Kind über das Erlebte sprechen?
Nein. In der Traumatherapie wird nichts erzwungen. Am Anfang stehen Stabilisierung und Sicherheit. Erst wenn Ihr Kind innerlich ausreichend vorbereitet ist, wird das Erlebte schrittweise bearbeitet.
Wie lange dauert eine Traumatherapie?
Das ist sehr unterschiedlich. Leichtere Traumafolgen können in wenigen Monaten gut behandelbar sein. Bei komplexeren Belastungen braucht es oft mehr Zeit. Entscheidend ist eine stabile Grundlage.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten in der Regel. Bei gesetzlich Versicherten kann eine Kostenerstattung möglich sein. Genauere Informationen finden Sie unter Ablauf und Kosten.
Was ist, wenn mein Kind sich nicht öffnen möchte?
Das ist sehr häufig und zunächst kein Problem. Vertrauen braucht Zeit. Der Einstieg erfolgt oft spielerisch oder über indirektere Methoden, damit Ihr Kind in seinem Tempo ankommen kann.
Ist eine frühe Traumabehandlung wirklich wichtig?
Ja. Unverarbeitete traumatische Erfahrungen können sich langfristig verstärken oder in andere psychische Belastungen übergehen. Eine frühe Unterstützung kann die Entwicklung deutlich stabilisieren.
Kontakt aufnehmen
Wenn Sie sich eine Einschätzung oder Unterstützung wünschen, finden Sie weitere Informationen unter Kontakt sowie zum Ablauf unter Ablauf und Kosten. Ein erster Schritt kann helfen, wieder mehr Sicherheit zu entwickeln.
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