Persönlichkeits­störung
Gefühle besser verstehen und steuern

Wenn Sie bei Ihrem Kind starke Stimmungsschwankungen, impulsives Verhalten oder sehr instabile Beziehungen beobachten, steht schnell ein belastender Begriff im Raum: Persönlichkeitsstörung. Gerade hier ist es wichtig, genau und differenziert hinzuschauen.

In meiner Praxis begleite ich Jugendliche und ihre Eltern dabei, solche Muster frühzeitig besser zu verstehen und gezielt zu stabilisieren – ohne vorschnelle Etiketten oder Stigmatisierung. Denn im Jugendalter ist Persönlichkeit noch in Entwicklung. Auffällige Muster sollten ernst genommen werden, sind aber oft gut behandelbar.

Young girl talking to therapist side view

Was versteht man darunter bei Jugendlichen?

Der Begriff wirkt auf viele Eltern zunächst beängstigend. Wichtig ist: Bei Jugendlichen wird in der Regel keine vorschnelle endgültige Diagnose gestellt. Die Persönlichkeit entwickelt sich bis ins junge Erwachsenenalter weiter.

Statt von einer festen Persönlichkeitsstörung spricht man häufig eher von auffälligen Persönlichkeitszügen oder emotionaler Instabilität. Dazu können starke Gefühlsschwankungen, impulsives Verhalten oder Schwierigkeiten in Beziehungen gehören.

Diese Muster sind keine Charakterschwäche. Sie zeigen vielmehr, dass bestimmte emotionale Fähigkeiten noch nicht ausreichend entwickelt oder unter Belastung instabil geworden sind. Genau dort setzt Therapie an.

Ziel ist, dass Ihr Kind lernt, Gefühle besser zu verstehen, zu regulieren und stabiler mit Belastungen umzugehen.

Woran erkenne ich auffällige Persönlichkeitsentwicklung?

  • sehr starke und schnell wechselnde Gefühle, die schwer steuerbar wirken
  • impulsives Verhalten, zum Beispiel Wutausbrüche oder riskante Entscheidungen
  • instabile Beziehungen mit schnellem Wechsel zwischen Nähe und Distanz
  • ausgeprägtes Schwarz-Weiß-Denken
  • stark schwankender Selbstwert
  • Schwierigkeiten im Umgang mit Stress oder Frustration
  • selbstverletzendes Verhalten oder entsprechende Gedanken

Gerade emotional instabile Jugendliche wirken auf Eltern oft schwer einschätzbar. Wichtig ist: Diese Muster sind ernst zu nehmen, aber gut behandelbar. Frühe Unterstützung kann helfen, einer Verfestigung vorzubeugen.

Wie behandle ich solche Muster?

Ich arbeite schwerpunktmäßig mit DBT-A, also Dialektisch-Behavioraler Therapie für Adoleszente. Diese Therapieform wurde speziell für Jugendliche entwickelt und ist besonders hilfreich bei emotional instabilen Mustern und Borderline-nahen Symptomen.

Dabei geht es nicht nur um Gespräche, sondern vor allem um das Erlernen konkreter Fähigkeiten.

Die Therapie kann umfassen:

  • Emotionsregulation: Gefühle erkennen, benennen und steuern
  • Distress-Toleranz: Krisen aushalten, ohne impulsiv zu reagieren
  • Achtsamkeit: wahrnehmen, bevor gehandelt wird
  • zwischenmenschliche Fähigkeiten: Beziehungen klarer und stabiler gestalten
  • Struktur und Klarheit durch konkrete Übungen und nachvollziehbare Schritte

Ergänzend arbeite ich mit verhaltenstherapeutischen Ansätzen und beziehe bei Bedarf auch Eltern mit ein, damit das Umfeld stabilisierend mitwirken kann.

Für wen ist das Angebot?

Das Angebot richtet sich vor allem an Jugendliche ab etwa 14 Jahren sowie an junge Erwachsene bis 21 Jahre. Eltern können bei Bedarf aktiv einbezogen werden.

Die Behandlung ist möglich für Privatversicherte, Beihilfe, Selbstzahler sowie im Rahmen der Kostenerstattung nach § 13 Abs. 3 SGB V. Gerade bei emotional instabilen Entwicklungen kann ein zeitnaher Beginn sehr hilfreich sein.

Häufige Fragen zu Persönlichkeitsstörung

Kann man bei Jugendlichen überhaupt eine Persönlichkeitsstörung diagnostizieren?

Bei Jugendlichen wird in der Regel sehr vorsichtig diagnostiziert, weil sich Persönlichkeit noch entwickelt. Häufiger geht es um auffällige Persönlichkeitszüge oder emotionale Instabilität. Entscheidend ist die frühe Unterstützung, nicht das Etikett.

Was ist DBT-A und wie hilft sie?

DBT-A ist eine speziell für Jugendliche entwickelte Therapieform. Ihr Kind lernt konkrete Fertigkeiten, um mit starken Gefühlen, Stress und impulsiven Reaktionen besser umzugehen. Die Methoden sind praxisnah und direkt im Alltag anwendbar.

Wie lange dauert eine solche Therapie?

Erste Veränderungen können oft nach einigen Wochen spürbar werden. Eine stabile Entwicklung braucht in der Regel mehrere Monate. Entscheidend ist, dass neue Fähigkeiten aufgebaut und im Alltag geübt werden.

Werden die Kosten übernommen?

Private Krankenversicherungen und Beihilfe übernehmen die Kosten meist. Bei gesetzlich Versicherten kann eine Kostenerstattung möglich sein. Mehr dazu finden Sie unter Ablauf und Kosten.

Bedeutet das, dass mein Kind später zwangsläufig große Probleme haben wird?

Nein. Auffällige Muster im Jugendalter sind keine endgültige Festlegung. Mit früher und passender Unterstützung können sich viele Themen deutlich verbessern.

Kontakt aufnehmen

Wenn Sie sich eine Einschätzung oder Unterstützung wünschen, finden Sie weitere Informationen unter Kontakt sowie zum Ablauf unter Ablauf und Kosten. Sie müssen diese Situation nicht allein einordnen.

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